HIGAlektor

AALFAAzurück

 

Lesen Sie!

 

     Lesen Sie alles, was man Ihnen schickt! Lesen Sie meine Zeilen. Nehmen Sie mich wahr. Verzichten Sie nicht leichtfertig auf den Nachruhm, mein Entdecker, Förderer und Freund gewesen zu sein! Lassen Sie sich nicht durch Ihre Alltagsroutine so sehr von Ihrer eigentlichen Aufgabe - Literatur zu fördern - abbringen, daß Sie Manuskripte erst einmal weglegen, dann entweder vergessen oder durch Ihre Sekretärin lieblos und unkommentiert zurückschicken lassen. Ich möchte behaupten, Ihnen entgeht so manches! Aber das kann Ihnen gar nicht bewußt sein.

     Wenn es Sie wenigstens grundsätzlich belasten würde! Ich behaupte aber auch, es quält Sie so vieles, was Sie zum Druck freigegeben haben. Warum haben Sie sich nur für das Falsche entschieden?! Sie sind irgendeiner Masche aufgesessen. Und es ist nicht mehr rückgängig zu machen. Der Makel haftet Ihrem Verlag, Ihrer Redaktion an. Und Sie haben an entscheidender Position mitgeholfen, Ihren Lesern Unnötiges und Nichtssagendes aufzudrängen! Ich wüßte einen Ausweg: mit meinen Texten werden Sie viele Leser wieder versöhnen!

 

 

Karl-Heinz Schreiber

An meinen Lektor

(Offener Brief)

GHS-Sonderdruck II

(PIVV, Aschaffenburg 1988)

 

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