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Die Weltpremiere!

D I E   Neuerscheynung zur Leipziger Buchmesse!

zu bestellen über WIESENBURG

 

KHS am Wiesenburg-Stand in Leipzig 2005

 

 

 

Und hier: die Besprechung der Lesung auf der Buchmesse im Ried:

 

Symbiose mit der See
Buchmesse-Lesung: Karl-Heinz Schreiber liefert mit seinem „Meerschwimmer“ keine leicht verdauliche Kost – Seine Leser müssen sich auf ihn einlassen

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STOCKSTADT. Da ist einer, der wird in seiner normalen Lebensumgebung nicht genügend ernst genommen. Die meisten Menschen hungern nach Anerkennung, dieser eine – Blumberg heißt er – bemerkt jedoch, dass er auf jegliche Anerkennung verzichten kann und begibt sich auf eine Flucht-Reise, wodurch er sich allen Zusammenhängen entzieht und eine befreiende Symbiose mit dem Meer einzugehen versucht als „der Meerschwimmer“.

Am Sonntag las der Freistil- und LyRockPoet Karl-Heinz Schreiber aus seinem ersten „offiziellen“ Roman auf der Buchmesse. In dem Buch „Der Meerschwimmer oder Heimat für Blumberg“ verbindet der Autor, der gerne zum Denken provoziert die drei klassischen Romantraditionen: Chronologie, Assoziation und die integrierte Dichtkunst, die den Inhalt direkt oder indirekt reflektiert. Ansonsten ist laut Schreiber das Streben nach geistiger Autonomie angesagt.

Sein Meerschwimmer Blumberg sieht nicht die Gefahren und Unmöglichkeiten seines Vorhabens, eines unbegrenzten Dahintreibens auf dem Meer, sondern die Möglichkeit, losgelöst von allem frei zu sein, nur zu spüren wie sich das Treiben auf dem Wasser körperlich und das Dahintreiben der eigenen Gedankenwelt innerlich anfühlt. Kein Horizont in Sicht, nur Himmel oben und Wasser rundum. Blumberg will nicht wahrgenommen werden – von störenden Schiffen, Surfern oder anderen Schwimmern. Blumberg will nicht gerettet werden aus seiner selbst gewählten Situation.

Blumberg hat keine Angst zu ertrinken, zu verdursten oder nicht zu wissen, wohin er mit seiner Notdurft soll. Blumberg will sich nur in das Harmoniechaos der Wellen schmiegen, will nur sich selbst fühlen – weit entfernt von gesellschaftlichen Schwachsinnigkeiten – und dabei die Option auf eine Zukunft erlangen, die noch keiner kennt.

Wer leichte, gut verdauliche Unterhaltungslektüre unter dem Begriff Roman erwartet, dürfte bei Schreibers „Meerschwimmer“ enttäuscht von dannen ziehen. Für leichte Kost sieht sich der Autor nicht zuständig, seine Leser müssen bereit sein zum Einlassen, Loslassen, Gedanken fallen lassen, um sich auf ihn richtig einlassen zu können. Schreiber hebt in Blumbergs Fluchtreise natürliche Gesetzmäßigkeiten und Grenzen auf, wirft Assoziationen und Gedankengänge ein, ohne sie einer Person zuzuordnen, fordert von seinen Lesern, die Perspektive eines Menschen einzunehmen, der entschieden hat: Ich will Neutrum sein, mich so fühlen, mich darin verlieren. Was geht es den Rest der Welt an, wenn ich mich im Meer treiben lasse, mitten hinein ins Meer meiner Gedanken. Schreiber schreibt nicht nur mit Vehemenz, er liest auch so, das Untertauchen im Meer der eigenen Gedanken lässt er vielleicht beim „Schreiber lesen“ aber nicht beim „Schreiber hören“ zu.

bwn
9.3.2005

http://www.echo-online.de/kundenservice/a_detail.php3?id=289918