KULT15

KULTregister

 

 

 

 

 

 

 

EDYTORYAL                                                                            1

YMPRESSUM                                                                           1

AKTUELL                                                                                 2

Ralf Otto Lang, Denk- und Streitschrift

Mathias Knoll, Ein Denkmal für den Deserteur

AUDIO                                                                                      6

Fiebig, Koslovsky, Peterknecht, Sinnflut

SPECIAL  TEXT                                                                       7

Theo Breuer, Schlachtplatte

FYR  ANTHOLOGYSTENYKER                                              9

Schäbige Schriften,  Lust am Lesen, Blätter um die Freuden-

berger Begegnung, Die liebe Liebe, Natur und Zeit, Polar-

meerblau, Die Spur des Gauklers, Unverhofft streift uns das Glück, Herbst, Angsthasen, SinnFlut-Jahrbuch, In den Ohren

ein Sirren, Kein bißchen tote Hose, Tod eines Satanisten,

Fluchtzeiten, Verschwinden des Autors

FORUM                                                                                   15

Olaf Velte, Magische Sprache der Freiheit

PROSSA                                                                                 18

Kersten Flenter, Ein anderes Bündnis gegen Arbeit

Lutz Rathenow, Ein ruhiger Nachmittag

Michael Wenzel, Christus

Axel Aschenberg, Ausflug ins Kino

Andreas Schmitt, American Rhapsody     

Tatjana Smolik, Das Spiegelkabinett

Jürgen Marschal, Die 3 Klinikclowns

Simak Büchel, Äußerungen

Dietmar Füssel, Der Knopf

Ralph Gotta, Sieben Stufen zum Glück

AFFEN-KULT                                                                          28

FEUYLLE & TONY                                                                  30

LYRYK                                                                                    35

Manfred Ach, Frank Bröker, Carmen Caputo, Ulrike

Kotzina, Margitta Lambert, Dieter P. Meier-Lenz, Joseph Schenk, Bernhard Scheve, Dittmar Werner, Jörg Wienhöwer

REZENSYONEN                                                                     46

Tips für Kleinverleger, Vom Schreiben leben, Literatur-zeitschriften, Comic-Lexikon, Tolkien-Lexikon, Albert Camus, Erfolgreiches Schreiben, Land gefährden, Luidl-Gedichte, Heißkaltes Wasser, Blaue Zitronen, Czernoch-Bändchen, Mundspur, Gewicht, Unterwegs, Ausgelassen, Asche, Klompenmeistersang, Rette die Welt, König der Beats, Touristen kommen, Was übrig bleibt, Laute kleine Worte, Poetische Impulse, Wilde Gedichte, Was bleibt, Glocke aus Gold, Kragen aus Erde, Schwer verletzt, MegaFusion, City Blues, Fremde Stimmen

ARTYSTEN                                                                            56

 

Dittmar Werner

 

ANDEUTUNGEN


Wenn Du in mir
andre Wege nimmst
geht kein Wort mehr
zwischen unsre Poren
dann teilen wir Gewinn und Verlust
stehen nochmals auf der Brücke
wo wir unsren Stern
auswechseln
und hören wie
die Glocken
noch fest halten am Wunder

 

 

 

SCHREIGEDICHTE

Hadayatullah Hübsch, Der König der Beats

(edition roadhouse, Hannover 2001)

44 S., DM 8.-

     Der Autor (Jg. 1946), der sich selbst wohl gerne als "König der Beats" feiern läßt, weiß hoffentlich wenigstens selbst, wer heutzutage überhaupt noch als "Beat" bezeichnet werden kann - wenn es nicht nur mehr eine nostalgische Hohlfloskel sein soll. Jedenfalls hat man als ordentlicher Beat in sich ein "Narbenmeer" - aber wer hat das eigentlich nicht?! Hübsch weiß allerdings Abhilfe: er legt unsere Träume in seinen "Schatzkasten" & gibt sie uns an unserem Todestag mit Blumen & "bestäubt mit Parfum/Aus den heiligen Versen Gottes" zurück. Selten hat Hübsch kitschiger gedichtet. Dafür ist einer seiner besten Texte ever 'Der Westen und das Biest' - ein Szenario mit dumpf-bedrohlicher Atmosphäre, wo der Autor gerade noch so den Schlenker aus seinem grundständigen Pathos in eine potentielle Ironie hinkriegt.

     Das Pathos - ein Grundproblem bei Hübsch?! Es gibt ja auch ein Pathos der Aufgeregtheit oder der Coolness. Eine nirgendwo näher definierte Beat-Mentalität, wenn nicht gar -Ideologie, wird als Mythos relativ unhinterfragt etabliert. Und der Leser fühlt sich cool als Beat, weil der Begriff & das Feeling so schön undifferenziert bleiben. Vielleicht sind das alles nur "Geheime Worte um den Erdenball gefunkt"? Aber daß der "König der Beats" abdankt, um "von den herrlichen Tagen Allahs" zu künden, wirkt bei aller Toleranz doch etwas aufdringlich.

     Viele, viele Zitate, Anklänge & Assoziationen aus Pop- & Rocksongs sind eingebaut; dazwischen pseudorevolutionäre Sentenzen ("Wer hindert euch, die Ketten abzustreifen"), die heutzutage dummerweise ins Leere zielen - zumindest bei den Kiddies der Industriegesellschaften, die ihre Ketten freiwillig an den Schlabberhosen tragen.

     Insgesamt ist das Trauerarbeit über eine nie realisierte Identität & Heimat, den Kampf gegen die Lebenslüge oder die resignative Dröhnung. Und für alle "Bluesstammler" bleibt nur die Empfehlung: "Schreib ein Schreigedicht" - das hat Hübsch hier wieder einmal exzessiv getan. Immerhin gibts noch ne Dosis (Selbst-)Ironie: "So schön kann Frust sein."     KS