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Graphyk dyser Ausgabe:
Matthias Kraus |
YNTRO
01
FORUM
02
Max Holon:
Montagsfeiern statt Montagsdemos
Canady: Die
zweigeteilte Gesellschaft
Wilfried Meyer: Zur
Diskussion um die Abtreibung
rezyYDEOLOGY
06
Die Kinder von
Guernica, Faschismus in Texten und Medien,
Der Islam - eine
Kulturgeschichte, Wahnsinnig genial, Alles Pop?,
Zeitenwende -
Politik nach dem Neoliberalismus
SPECYAL TEXT
10
Fernand Hörner,
Mytnychten wychtyg
L y t e r ä t ü r
12
Thom Krüger, Markus
Prem, Marc Mrosk, Rüdiger Saß,
Hans-Jürgen Hilbig,
Armin Steigenberger, Alexandra Friedmann
JUBYLÄUM
24
Michael Bloeck, Kai
Engelke, Wolfgang g. Fienhold, Dieter P.
Meier-Lenz, Marc
Mrosk, Ewart Reder, Hartmut t. Reliwette,
Rüdiger Saß, Heinz
Stein, Thomas Schweisthal, Jochen König,
Raimund
Samson, Carmen Caputo
rezyANTHO
33
Grün, Ausblick,
Axt, Phantastik
rezyPROSSA
34
Bißwunden,
Schattenhändler, Karin, Umbruch, Leben, Symmetrie,
Meerschwimmer
AUDYO
38
Ratz,
Krankekunstverlag
L y t e r ä t ü r
40
Joe Witek, Jürgen
Landt, Dieter Walter, Siggi Liersch, Clemens
Schittko, dieter P.
Meier-Lenz
rezyLYRYK
48
Ende des Klagens, Zählen
aus dem Leben, Persönlich, Der Tag,
Ich bin, Zeitlupe,
Durch die Welt, Himmel, 88 Rätsel, Köchinnen,
Antrobus, Im Meer
spazieren, Pferd im See
rezyKÜLTÜR
54
Uschtrin, Afrika,
AC/DC
Los
Artystos
56
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ne Rely-Rezy: http://www.k-netz.de/forum/showtopic.php?threadid=59 |
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Interessanterweise feiert auch
herzGalopp sein 10-Jähriges: Im Mai 1995 erschien die Ausgabe # 1!
Und so habe ich denn eine Collage
(basierend auf einer Zeichnung) gefertigt, die beide Jubi-läen feiert - wie es
sich für echte Poeten & Kämpfer gehört (: Wie ich finde).
Natürlich ist das höchst fragwürdig.
Kann man denn überhaupt?, & so ...
ich glaube, ich werde sogar der Bitte um
"Schmeycheleynheyten" gerecht. (Hahaha)
Kult ist Kult, & herzGalopp ist
auch Kult (für einige treue LeserInnen & Autoren)
oder so ähnlich
Es grüßt der Mann aus HH-Wilhelmsburg Raim&
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Carmen
Caputo
Ich
zeige dir
einen
Menschen...
ein
Dorf
einen
Menschen
da
ist kein Falte kein Alter
keine
Sünde die zu besingen wäre
nur
ein Herz groß und weit
zugeschnitten
auf Maß
eine
Spiegelung zweier Liebenden
in
seiner Mitte blühendes Leben
unberührt
vom Schweiß vieler Sommer
ungeschlürft
der Kaffee mit Nachbarn
auch
den Wein den es niemals trank
blieb
ungewechselt
wie
der Dorfklatsch am Zaun
Und
ich sage dir
das
ist ein Mensch der KULT liest.
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Dem
Karly einen Hymnus schreiben?
Kai
Engelke
Nichts leichter, als das! Ist er doch eine einzigartige
Erscheinung, alles andere, als austauschbar, ein originelles Original
eben. Verfasser von Lyrik und Prosa, Romanen und Kurzgeschichten, Essays
und Pamphleten, Rezensionen und Polemiken, und ein Mensch ist er auch
noch. Und Lehrer. Und Vortragskünstler. Und Sänger. Und
Festivalmitveranstalter. Und Herausgeber. Und Zeitschriftenmacher. Und
Mensch, aber das sagte ich bereits.
Wie kann einer allein das alles sein? Karly kann´s, weil er
ein Urviech in des Wortes edelster Bedeutung ist. Ein bayerisches
Kraftpaket mit integriertem Turbogenerator.
Doch Vorsicht!, möchte man ihm schon manchmal zurufen, übertreib
es nicht! Auch Kraftbolzen brauchen zwischendurch mal Phasen der Ruhe,
sonst laufen sie heiß, und es gibt irgendwann ein böses Erwachen. Ihn
scheint´s nicht zu kümmern: zuwenig Zeit für zu viele Ideen, Projekte,
Pläne. Karlyce ist wahrscheinlich einer, der mehrere Leben benötigte, um
alles zu verwirklichen, was er für wichtig und lustvoll und nötig
erachtet. Er hätte Katze werden sollen, die verfügen ja angeblich über
sieben Leben. Ach, vermutlich hätten für Karly auch sieben Leben nicht
ausgereicht. Und so packt er sein eines Leben bis zum Überlaufen voll mit
energiegeladener Diesseitigkeit.
So ist er halt - und wer wollte (und könnte) ihn ändern?
Wir kannten uns schon ein paar Jahre aus der Ferne, bis wir uns vor
ca. zwei Jahren erstmals bei Reli im Labyrinth (Festival der Poesie)
leibhaftig gegenüber standen. Ja, so hatte ich ihn mir durchaus
vorgestellt, na ja, ein bisschen schmaler vielleicht. Nur seine Stimme,
dieses gewaltige Organ, das jede Verstärkung überflüssig macht, die
kannte ich noch nicht. Aber sie passte durchaus in mein Bild von ihm.
Und danken möchte ich ihm, dass er
- hunderte Kilometer entfernt – mich auf den verrückten
Reliwette aufmerksam machte („Fahr doch da endlich mal hin! Ihr habt
viele Gemeinsamkeiten. Wirst schon sehen!“). Der lebt nämlich schon
seit tausend Jahren nur zwanzig Kilometer weiter, und ich hatte es noch
immer nicht richtig mitbekommen. Inzwischen verbindet uns eine herzliche
Freundschaft. Das ist auch eine von Karlys hervorragenden Eigenschaften:
Gleichgesinnte zusammenzuführen. Lasst uns also gemeinsam weiter an
unserem Netzwerk knüpfen.
Was soll ich dem Karly wünschen? Dass er so bleibt, wie er ist,
dass ihm mit KULT nicht der Atem ausgeht - schließlich handelt es sich um
das letzte Poesy-Chaotykum der
Republyk -
und dass er zwischendurch doch mal halblang macht, von mir aus ganz
heimlich, braucht ja keiner mitzukriegen.
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nach
10
jahren
macht
man sych
schon
so
seyne
gedanken
was
wäre
wenn
es
KULT
nycht
gäbe
? ? ?
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Versteck
Dieter
P. Meier-Lenz
ich
fliehe in den untertitel
des
ungeschriebenen romans
dort
hocke ich im hauptkapitel
und
warte auf die stimulanz
ich
schreibe an die samenbank
und
hole die reserven runter
ich
ordne meinen narbenschrank
die
letzten werte gehen unter
mein
nierentisch ist längst zersägt
mein
leberwert mein gallenstein
sind
mit der zeit schön ausgeprägt
mein
blasenstein beißt mich ins bein
ich
spüre mein gefrornes hirn
zerkratze
mit der hustengabel
die
rotverheulte dichterstirn
ich
pople im metaphernnabel
ich
sitz auf meinem hodenfleck
in
meinem schmerzenskloversteck
und
komme da nicht weg
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RELY-REZY
10 Jahre
lang bringt er sie nun schon heraus, Karl-Heinz Schreiber, der Kultyge aus
dem unterfränkischen Goldbach, die 'Kult', das "letzte
Poesychaoticum der Republyk". Und das wird im Innenteil von zeitgenössischen
Schreibern und Schreiberinnen entsprechend gewürdigt. So erfährt der
Leser auch, daß in diesen 10 Jahren über 220 Autoren Beiträge in der
Kult publizierten. Sie sind namentlich aufgelistet. Viele von ihnen gehören
zu den ganz Beharrlichen. Ihre Namen tauchen in unterschiedlichsten
Printmedien auf oder gehören zu den "Austauschfreunden", denen
das Motto zugesprochen wird, daß sie keine "Konkurrenten" sind,
sondern ein "großes Poesy-Kollektyv".
Unter "LOS
ARTYSTOS" sind die 28 Autoren der neuen Ausgabe aufgelistet,
wobei sich der Herausgeber bescheiden ausnimmt: Hat er doch selbst über
20 Buchrezensionen zur Nr. 21/05 beigesteuert. Für
die Zukunft wünscht sich der Herausgeber verstärkt Rezensionen zu Büchern
mit gesellschafts bzw.- ideologiekritischen Inhalten. Die jetzt
erschienene Ausgabe bietet unter "rezyYdeology" schon einmal
sechs Rezensionen von Büchern, deren Themen den spanischen Bürgerkrieg,
den Faschismus in Texten und Medien oder den "sachlichen Islam"
behandeln, aber auch wissenschaftliche Tabus oder die Politik nach dem
Neoliberalismus. Der Herausgeber mahnt an anderer Stelle berechtigt die
Autoren, sich in ihrer Arbeit nicht aus gesellschaftspolitischen Zusammenhängen
zu entfernen - quasi in den Elfenbeinturm zu entweichen (Anmerkung d.
Verfassers).
Wie gewohnt
bietet auch die neue Ausgabe wieder ein Forum. Da befaßt sich Max Holon
z.B. mit einer neuen Strategie auf Hartz IV, nämlich Montagsfeiern statt
Montagsdemos oder Canady mit der "zweigeteilten Gesellschaft".
Wilfried Meyer hinterfragt im Rahmen der Abtreibungsdebatte "Was ist
ein Mensch?"
Im
Literaturteil z.B.erlebt Marc Mrosk den Boxkampf zwischen Maik Tyson und
Evander Holyfield auf dramatische Weise, wenn das abgebissene Ohr aus der
Glotze auf seinen Wohnzimmerteppich fällt. Rüdiger Saß schildert
kritisch die Vorgänge um eine kleine Heldin, welche die Grabensoldaten
mit Trinkwasser versorgt und Armin Steigenberger versucht sich als
Theaterdramaturg mit einem Ausschnitt aus "Bazillen".
Geschildert wird eine ziemlich chaotische Familienszene, wenn der Vater
Freigang aus dem Knast bekommt und seiner Tochter den bosnischen Freund
auf sehr eindrucksvolle Weise madig macht. Gedichte gibt es auch z.B. von
Alexandra Friedmann, die u.a. die "Paranoia" in Verse schmiedet,
wobei sich die vierte und die achte Zeile so etwas wie reimen. Da sind
gute Ansätze zu erkennen, am schriftstellerischen (dichterischen)
Handwerk muß noch geschliffen werden. Macht
aber nichts, die Idee, auf der das Geschriebene fundiert, stimmt. Grafik
ist auch dabei - Franzflug 1 bis 6 von Matthias Kraus, sechs siebgedruckte
Scherenschnitte - auf "schönem Papier" in den Farben rot bis
blau für 220 € pro Blatt zu bestellen bei www.krauskunst.de
Na ja,
versuchen kann man es ja mal ... H.T. Reliwette
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http://www.krauskunst.de/Dossier/Puddings/Franzflug/franzflug.html |
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