Die Neue Deutsche Guerrilla Lyrik
Ein Manifest
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by Treulieb
Am
Anfang war das Wort.....
Doch
wem gehört es heute?
Wer
hat sich klammheimlich der Deutungshoheit über die Wörter bemächtigt?
Wer
hat uns die Worte im Mund umgedreht und uns sprachlos gemacht, angesichts
des
Entsetzlichen, das Menschen durch ihre Taten in die Welt gebracht haben?
Waren
es intellektuelle Schaumschläger, die aus unserer Sprache handliche
Schlagworte bastelten?
Oder
haben die angestellten Marktschreier so viel Bedeutung aus den Worten
gesogen, dass sie wie leere Hülsen zu Boden fielen, Überbleibsel einer Zeit,
als wir unseren Gefühlen noch Namen geben konnten?
Hat
man zu viele Parolen gemacht?
Zu
viele Lügen, Propaganda, heilige und unheilige Schriften und unhaltbare
Versprechen?
Ist
versprechen so ähnlich wie verlaufen?
Haben
wir uns irgendwie verlabert, uns ein Stück (zu) weit eingebracht, jeden
Winkel Realität besprochen, ausdiskutiert, durchgekaut, debattiert,
verhandelt, auf den Punkt gebracht, von allen Seiten betrachtet und dann
nicht mehr ernst genommen?
Haben
uns unsere Dichter und Denker verraten und verkauft, indem sie unsere
Sprache an den Meistbietenden verhökert haben?
Wann
haben wir unser Wort gegeben?
Jetzt
wollen wir es wieder haben! Ab heute wird zurückgedichtet. Ab heute wird
zurückgedacht.
Wer
die Metaphern beherrscht, beherrscht die Welt. Wir wollen die Welt nicht den
Werbeagenturen und den Wahlkämpfern überlassen.
Nichts ist selbstverständlich. Hören wir auf, uns was vorzumachen.
Kann
man noch Poesie wagen nach Auschwitz?
Ist
Lyrik zeitgemäß und gibt es Menschen, die noch Gedichte lesen?
Ja,
verdammt, sie tun es täglich, aber wir haben sie nicht geschrieben.
Wir
haben die Sprache den Medien, der Politik und der Werbewirtschaft
überlassen. Selber schuld, wenn wir den Wortbrei nicht mehr ertragen.
Ganze
Bürokratien verwalten Satzbau und Rechtschreibung.
Entwickeln wir eine Linksschreibung und lassen wilden Satzwuchs zu. Legen
wir falsch Zeugnis ab und kümmern uns um die Neusprechschäden.
Gehen
wir den Worten wieder auf den Grund, statt mit der Stange im Nebel zu
stochern.
Lyrik
ist das ultimative Instrument, der Welt unsere Meinung zu sagen. Keine
langen Erklärungen! Kurze harte Einschläge.
Die
Neue Deutsche Guerilla Lyrik recycelt den Wortmüll.
Wir
machen Gedichte für alle. Lyrik, für die man nicht studiert haben muss,
Poesie, die lebt und liebt, die fühlt, rockt, lacht, weint, friert, das Herz
wärmt und das Hirn durchblutet, die sich hingibt und ejakuliert.
Freude am Lesen und Schreiben!
Lasst
Euch nicht verarschen! Gedichte sind geil! (Man gönnt sich ja sonst nix.)
Also
kommt raus aus den Kellerlöchern, Hinterstübchen und Elfenbeintürmen und
schreibt Worte der Macht in den kalten Beton. Dichtet auf offener Straße.
Holen wir uns die Plakatwände wieder zurück. Zeigen wir den Menschen, dass
Lesen keine Zeitverschwendung ist, sondern so wichtig wie Essen, Trinken und
Ficken.
Gedichte aufs Handy? Logo!
Damit
es im Hirn klingelt.
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